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Besser bewerben – das raten Personalchefs
Guten Rat
können Sie sich als Bewerber von vielen Seiten holen. Aber hatten Sie schon mal
die Gelegenheit, einen Personalchef um einen Bewerbungstipp zu bitten? Falls
nicht, halb so schlimm. Wir haben das für Sie erledigt. Lesen Sie hier die häufigsten
und interessantesten Antworten auf die Frage: „Was raten Sie einem Kandidaten
in der Phase der Bewerbung?“
Bloß nicht nach dem Gieskannenprinzip vorgehen, war eine der häufigsten
Antworten der 150 befragten Personalchefs. Man sollte Bewerbungen keinesfalls
nach dem Motto „Viel hilft viel“ verschicken. Wesentlich sinnvoller sei es,
sich gezielt um Positionen bewerben, die einen tatsächlich interessieren.
Hierzu gehört, dass man sich „der eigenen Entwicklungsfelder bewusst“ ist.
Eine exemplarische Aussage eines Teilnehmers an der Umfrage: „Werden Sie sich
klar, was Sie wirklich wollen und wo Ihre persönlichen Stärken und Schwächen
liegen.“ Wer weiß, was er kann und will, hat es auch nicht schwer, seine
Bewerbung mit individuellen Gründen zu untermauern. Und darauf legen die Firmen
besonderen Wert. „Das Anschreiben sollte ein Motivationsanschreiben sein, das
vor allen Dingen deutlich macht, warum das Unternehmen und warum gerade diese
Position für den Bewerber interessant ist“, erklärt einer der befragten
Personalfachleute.
Ist der Stellensuchende zum Vorstellungsgespräch eingeladen, sollte er sich
noch einmal eingehend über das Unternehmen informieren. Dies „dient nicht nur
dazu, auf Fragen vorbereitet sein, sondern hat vor allem den Zweck, auch selbst
welche stellen zu können“, hebt ein Teilnehmer der Umfrage hervor. „Machen
Sie sich einen Fragenkatalog für das Gespräch“, rät ein anderer, „und üben
Sie Interviews“. Im Bewerbungsgespräch sollte der Stelleninteressierte dann für
eine „ausgewogene Mischung aus Zuhören und Fragen“ sorgen. Dabei wäre es
gut, wenn er auch „kritische Fragen stellt“ und „viel hinterfragt“.
„Aalglatte“ Bewerber sind offenbar nicht gefragt: „Aus Sicht des
Arbeitgebers muss das Gespräch eine Spannungskomponente enthalten, wir wollen
keine konditionierten Bewerber“, so einer der Befragten. Außerdem kann der
Kandidat dadurch punkten, dass er aktiv seine Persönlichkeit präsentiert.
„Machen Sie unaufgefordert Aussagen zu Stärken und Schwächen, um die
menschlichen Faktoren zu betonen“, empfiehlt ein Personalchef. „Das erhöht
den Sympathiewert.“ Er legt Bewerbern nahe, „berufliche und private
Einzelleistungen, die hervorstechen, ungefragt anzusprechen“. Damit gebe der
Kandidat „einen Einblick in seine Denkweise, Arbeitsauffassung,
Eigeninitiative, seine Führungsqualitäten und sein Problemlösungsverhalten“.
Ein anderer Personaler drückt es so aus: „Fokussieren Sie sich auf Ihre USPs
(„unique selling points“ – also die Stärken, mit denen man sich von den
Mitbewerbern unterscheidet; Anm. d. Red.) und stellen Sie diese interessant
dar.“ Des Weiteren empfehlen viele Personalverantwortliche den Bewerbern,
„natürlich“ aufzutreten. Was damit gemeint ist, definiert einer der
Befragten so: „Sich zwar gut verkaufen, aber nichts darstellen wollen, was man
nicht ist.“ Sich zu verstellen bringe aus zwei Gründen nichts: Zum einen
wirke man nicht authentisch und überzeugend, zum anderen „entwickeln sich
hieraus später Enttäuschungen“. In diesem Zusammenhang raten viele
Personalchefs den Bewerbern, unbedingt Fehler zuzugeben und auch zu Schwächen
zu stehen.
Erhält der Kandidat nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch eine Zusage,
steht er vor der entscheidenden Frage: Nehme ich das Stellenangebot an? Hier
mahnt einer der befragten Personalleiter: „Nicht wegen des Geldes, immer wegen
der Aufgabe einsteigen.“ Als Bewerber müsse man „genau zuhören“ und sich
fragen, „ob man den Job wirklich interessant findet“. Und dann solle man
daran denken, „dass man ein paar Jahre lang diese Tätigkeit ausführen
muss“.
Ein anderer Personalfachmann weist darauf hin, dass der Bewerber seine
Entscheidung erst fällen sollte, „wenn er die Vorgesetzten, das Team und das
Umfeld“ kennen gelernt hat. Dazu sei es nötig, mehrere Gespräche zu führen.
Zuletzt ein Personaler- Tipp, der einem Jobsuchenden in der gesamten Zeit der
Bewerbung helfen dürfte: „Betrachten Sie nicht nur sich selbst, sondern auch
das Unternehmen als Bewerber.“ Immerhin will nicht nur der Stellensuchende
etwas vom Unternehmen, sondern auch das Unternehmen vom Stellensuchenden. Wer
sich das klar gemacht hat, geht mit der richtigen Portion Gelassenheit und
Souveränität durch den Bewerbungsprozess.
übermittelt vom Career Content Broker Westerwelle Consulting & Media AG

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